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Verstanden

Eins

Über Kalender

Bald ist wieder Weihnachten, denkt Paul. Es ist schon wieder ein paar Wochen her, dass er im Supermarkt den ersten Adventskalender entdeckt hat. „Komisch, dass die hier immer noch zu kaufen sind“, sagt er leise vor sich hin. Inzwischen sollten doch alle einen Adventskalender haben, schließlich ist heute der erste Dezember. 

Auch Paul hat heute morgen die erste Tür aufgemacht. Dahinter war keine Schokolade, sondern eine spannende Geschichte.
 
„Ad-vents-ka-len-der ...“. Paul lässt das Wort auf der Zunge zergehen. Ein komisches Wort.


Hier ist die Geschichte zum Hören:


„Papa?“
„Ja?“
„Wozu wurde eigentlich der Adventskalender erfunden?“
„Mmh, das weiß ich auch nicht so genau. Ich vermute mal, damit Kindern wie dir das lange Warten auf Weihnachten ein bisschen leichter gemacht wird. 24 Tage, das ist ja doch ganz schön lange. Als ich klein war, kam mir die Adventszeit immer ewig lang vor. Heute wünsche ich mir manchmal, dass sie nicht so kurz wäre.“
„Du findest das kurz?“, fragt Paul überrascht.
„Naja, heute ist der erste Dezember, das ist in diesem Jahr der 336. Tag. Wir haben ein Schaltjahr. Kannst du dir vorstellen, dass es schon so viele Tage her ist, dass wir zuletzt Silvester gefeiert haben?“

Paul denkt eine Weile nach und schüttelt dann langsam den Kopf.
„Wozu braucht man überhaupt Kalender, also die ganz normalen?“
„Du weißt doch, wo die Kartoffeln, das Gemüse, das Obst, das Getreide für Brot und das Fleisch herkommen, das wir zum Essen einkaufen, oder?“
„Klar, Getreide, Kartoffeln und Gemüse wachsen auf dem Acker, Obst an Bäumen oder Sträuchern, und Fleisch kommt von Tieren. Und alles kommt von Bauern.“
„Stimmt. Und woher wissen die, wann die Kartoffeln in die Erde müssen und wann sie sie ernten können?“
„Na, im Frühjahr wird gesät und gepflanzt, und im Herbst wird geerntet, ist doch ganz einfach“, sagt Paul.
„Stimmt auch, für die meisten Gegenden der Erde jedenfalls. Aber woher wissen die Bauern, wann der Frühling beginnt?“

Will sein Vater ihn auf den Arm nehmen? Paul ist ein kleines bisschen genervt. „Der Frühling beginnt im März, dauert drei Monate, dann kommt der Sommer, und im September ...“ Paul stutzt, und sein Vater grinst.
„Siehst du, jetzt kennst du zumindest einen Grund, warum die Menschen einen Kalender brauchen. Wenn man gepflanzt und gesät hat, muss man wissen, wie viele Tage es ungefähr bis zur Ernte dauert. Und wenn man geerntet hat, muss man wissen, wann man das Feld wieder für das nächste Jahr vorbereiten muss.“

„Lass mich mal überlegen“, sagt Paul. „Die Menschen wussten, dass sich da etwas wiederholt. Dann  haben sie die Tage gezählt, bis sie merkten, dass es von vorne losgeht ...“ 
„Ja, genau. Das kannst du auch. Woran merkst du, dass Frühling wird?“
Paul muss nicht lange nachdenken: „Es wird wärmer. Und es wird früher hell und später dunkel.“
„Gut! Und im Herbst geht es in die andere Richtung. Fällt dir noch was ein? Denk mal an den Nachthimmel.“
„Der Mond!“ entfährt es Paul. „Erst ist er gar nicht da, dann ist Vollmond, und dann ist er wieder nicht zu sehen.“
„Genau! Es dauert etwas mehr als 29 Tage von einem Vollmond zum nächsten. Das ist ungefähr so lang wie unsere Monate. Daher kommt auch das Wort ‚Monat‘, das leitet sich von ‚Mond‘ ab.“

„Aber 29 Tage, das ist doch kürzer als die meisten Monate, außer Februar. Warum haben die Monate denn mehr Tage?“, fragt Paul.
„Schon vor mehr als 5000 Jahren konnten die Menschen sehr genau feststellen, an welchen Tagen die Wintersonnenwende und die Sommersonnenwende ist. Und wenn man die Tage dazwischen zählt, also zum Beispiel zwischen zwei Wintersonnenwenden, dann sind das 365 Tage. Es dauert aber nur 348 Tage, um zwölf Vollmonde zu sehen. Da fehlen also 17 Tage. Also hat man irgendwann diese 17 Tage so gleichmäßig wie es geht auf die zwölf Monate verteilt.

Heute wissen wir, dass die Erde um die Sonne kreist und dass es ein Jahr dauert, bis sie einmal rum ist. Genauer 365 ganze und einen Vierteltag. Und um diesen Vierteltag auszugleichen, haben wir alle vier Jahre ein Schaltjahr, also einen ganzen Tag mehr im Jahr. Und weil das dann ein kleines bisschen zu viel ist, fällt das Schaltjahr alle hundert Jahre aus.
Weißt du denn, warum wir Jahreszeiten und Sonnenwenden haben?“

„Klar, das weiß doch jedes Kind“, grinst Paul. „Die Erdachse ist um 23 Grad geneigt, und darum steht die Sonne bei uns im Sommer höher am Himmel und im Winter niedriger. Auf der Südhalbkugel ist es um sechs Monate verschoben, darum ist dort Winter, wenn wir Sommer haben, und umgekehrt.“
„Donnerwetter, das stimmt genau!“, sagt der Vater verblüfft.

„Du, Papa, mein Freund Haidar ist Moslem. Und der hat jedes Jahr Ramadan, diesen Fastenmonat, wo er tagsüber nichts essen und trinken darf. Aber das komische ist: Das ist jedes Jahr ein paar Tage früher im Jahr. Wie kommt das denn?“
„Nun ja, es gibt nicht nur einen Kalender auf der Welt. Zwar beziehen sich inzwischen auf der ganzen Welt alle Menschen auf den Kalender, den wir auch benutzen, wenn sie sich quer über die Erdteile auf bestimmte Tag verständigen wollen, aber daneben gibt es in ganz vielen Regionen und Kulturen noch andere Kalender, die auch benutzt werden. Da heißen die Monate anders und haben eine andere Anzahl von Tagen, und auch die Jahre werden anders gezählt. Unsere Jahreszahlen beziehen sich ja auf das Geburtsjahr von Jesus, aber das spielt für andere Kulturen und Religionen überhaupt keine Rolle. Aber genau kann ich dir das leider auch nicht sagen, weil ich es nicht weiß. Wenn du mehr dazu wissen willst, können wir mal im Internet nachsehen. Ich kenne da eine tolle Webseite ...“
 

Etwas über Kalender im Iran

Der »Kulturführer Iran« enthält einige Informationen über die im Iran gebräuchlichen Kalender.

Der persische Kalender



Die Namen der Monate des christlichen Kalenders



Die Wochentage im Iran

 


Der islamische Kalender

 

Kalender-Würfelspiel

Hier ist ein Spiel, dass ihr mit Geschwistern, Freunden oder euren Eltern spielen könnt. Fragt euch gegenseitig etwas zum Thema Kalender und lernt die Anderen durch ihre Antworten besser kennen.


Wir würden uns freuen, wenn ihr ein paar eurer Antworten an uns schickt, über das Gästebuch auf der Webseite oder per E-Mail an spielewelt@green-line.creative.de.