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Verstanden

Sechs

Große Stiefel

„Wo sind die Dinger nur?“ Friederike steht in der hintersten Ecke des Kellerraums. „Ich weiß, dass ihr  hier seid. Kommt raus!“
Dann hört sie Schritte auf der Treppe. 
„Frieda?“ Ihre Mutter. „Suchst du was? Mit wem sprichst du da?“
„Mit deinen alten Stiefeln. Die sind doch hier irgendwo, ich hab sie neulich noch gesehen“, antwortet Frieda.
„Neulich waren sie auch noch da. Aber letzte Woche hab ich sie mit anderen alten Klamotten an eine Frau verschenkt, die ich im Stadtteiltreff kennen gelernt habe.“

„WAAAS? Die sind weg? Was stell ich denn jetzt für morgen an die Tür?“ fragt Frieda mit großen Augen. „Für morgen? Dafür brauchst du meine alten Stiefel?“ „Ja“, sagt Frieda. „Die sind viel größer als meine, da geht mehr rein.“ „Ach so“, lacht die Mutter, „du meinst, der Nikolaus füllt jeden Stiefel bis zum Rand, egal wie groß?“ „Naja, hab ich gedacht“, sagt Frieda kleinlaut. „Der heilige Nikolaus erhalte dir deinen Optimismus“, sagt die Mutter spöttisch. „Der ist heilig?“ fragt Frieda überrascht. „Ja, die Legende sagt, dass er armen Menschen mit Geld und Gold geholfen hat. Und wenn ich mir das so überlege, dann habe ich eigentlich in Nikolaus‘ Sinn gehandelt, als ich die Stiefel verschenkt habe.“ „‘ne Legende gibt‘s auch dazu? Weißt du noch mehr darüber?“ fragt Frieda. „Ehrlich gesagt, nicht viel. Aber ich weiß, wo wir etwas dazu finden. Komm, lass uns wieder nach oben gehen. Da finden wir auch einen schönen großen Stiefel, den du heute Abend an die Tür stellen kannst.“ Hier ist die Geschichte auf persisch übersetzt und vorgelesen:

Große Stiefel (persisch)

 

Wer ist der Nikolaus?

Am Abend des 5. Dezember stellen wir einen Stiefel an die Tür, und am anderen Morgen ist Schokolade darin. Oder andere Süßigkeiten. Aber warum eigentlich? Woher kommt die Legende vom Nikolaus, der die Kinder beschenkt?

Die Kindernachrichten-Seite Duda-News gibt dir auf beide Fragen eine Antwort, sowohl auf die Frage nach dem Nikolaus also auch auf die nach dem Stiefel. Auf der Webseite des Norddeutschen Rundfunks könnt ihr etwas über den Brauch rund um den Nikolaustag erfahren, und auf der Seite der Sendung mit der Maus findet ihr einen Trickfilm über den heiligen Nikolaus. Auch die Kindernachrichten von Mikado auf NDR Info beschäftigen sich in dieser Woche mit dem Nikolaus. In der letzten Meldung wird erzählt, wer Nikolaus war, und dann werden Kinder gefragt, ob sie auch selbst Nikolaus spielen, also andere beschenken. Die Kindernachrichten auf NDR Info kannst du entweder nachlesen oder nachhören.
 

Schuhe und Stiefel

Sie sind als Schutz gegen Verletzungen an Füßen und Beinen erfunden worden, aber fast von Anfang an konnte man an Schuhen und Stiefeln auch erkennen, ob seine Besitzer arm oder reich waren. Reiche Leute hatten Fußbekleidung aus teurem Leder, ärmere mussten einfaches Leder nehmen oder Holzschuhe tragen oder ganz auf Schuhe verzichten. Es gibt auch viele Redewendungen, in denen Schuhe und Stiefel vorkommen. Ein Beispiel:

Auf Schusters Rappen

In dieser PDF-Datei sind weitere Beispiele für Redewendungen im Deutschen und im Persischen. Schuhmacher ist ein Handwerksberuf, den es schon sehr lange gibt, den aber heute kaum noch jemand lernt. Einer der letzten Schuhmachermeister in Oldenburg ist Heinrich Hasenheit. Sein Vater hat die Werkstatt 1928 gegründet, er hat den Betrieb an neuer Adresse 1966 übernommen.
 

Der gestiefelte Kater

Auf der Internetseite Grimms Märchen findet sich auch die Geschichte vom gestiefelten Kater, der seinem Herrn, einem Müllerssohn, zu Reichtum und Ruhm verhilft.

Fast ganz unten auf der Seite gibt es Links zu Übersetzungen in andere Sprachen.

In der Mediathek der ARD ist auch eine sehr schöne Verfilmung des Märchens zu finden. Sie ist noch bis zum 7. Juni 2022 verfügbar.
 

Stutenkerl

Zu Nikolaus gehört bei uns in Oldenburg noch eine Figur aus Hefeteig, die am Nikolausmorgen neben dem mit Süßigkeiten gefüllten Stiefel steht. Sie hat Augen, Nase und drei Knöpfe aus Rosinen, und im Mund steckt eine weiße Pfeife aus Ton. 

Das ist ein Stutenkerl. Warum er so heißt, ist nicht schwer zu beantworten, er ist aus einem Teig gemacht, der auch für Stuten verwendet wird, und da er eine Pfeife raucht, sind die Leute wohl früher davon ausgegangen, dass das ein Mann sein muss, also ein Kerl.

Aber woher kommt er? Und warum hat er eine Pfeife? Bei Wikipedia kannst du erfahren, dass es diesen Stutenkerl in ganz Deutschland und auch in Österreich und in Teilen von Frankreich gibt. Er heißt überall anders, und die Pfeife war wohl ursprünglich ein Bischofsstab. Auch bei „Frag doch mal die Maus“ gibt es eine Antwort auf die Frage nach der Pfeife. Und hier wird auch gesagt, dass es den Stutenkerl ursprünglich nur zum Nikolaus gab. Bei uns im Norden ist das immer noch so, im Westen von Deutschland kann man ihn inzwischen schon im November kaufen. Kennst du auch besonderes Gebäck oder besondere Speisen, die es nur an ganz bestimmten Tagen im Jahr gibt? Erzähl uns davon, im Gästebuch oder per E-Mail.